Die günstige geographische Lage von Sohland und der oft klare Himmel regten Sohlander Sternfreunde zur Errichtung einer Sternwarte an. So begannen 1953 Friedrich Uhmann, Edmund Grunert, Heinz Klötzke in der Firma Schicktanz in Sohland ein Newton-Spiegelteleskop 100/1000 zu bauen. In der Folge wurden gründliche Überlegungen zum Standort der Sternwarte angestellt. Voraussetzungen dafür: kein Fremdlicht, Ruhe, wenig Bebauung, günstige Höhenlage und Erreichbarkeit für Besucher. Genau diese Bedingungen wurden auf dem 335m hohen Sternwartenberg gefunden.

In dreijähriger Bauzeit wurde das Kuppelgebäude mit einem Durchmesser von 3,15 m geschaffen. Die Handwerker vor Ort, besonders die Firma Schicktanz, beteiligten sich an der Fertigstellung außerordentlich aktiv. Am 13.10.1963 wurde das astronomische Kleinod eingeweiht.

Erster Sternwartenleiter war Friedrich Uhmann. 1978 übernahm dieses Amt Wolfgang Knobel der es bis heute innehat. Schon von Beginn an stand die Jugendarbeit der Sternwartenentwicklung im Vordergrund. Zu erwähnen sind die Schulen in Taubenheim, Wilthen und Sohland. Bis zu zwei Arbeitsgemeinschaften dieser Schulen besuchten wöchentlich die Sternwarte. Ein besonderes Erlebnis für die Schüler ist es, wenn sie die theoretischen Kenntnisse bei der Himmelsbeobachtung nachvollziehen können. Schüler des Gymnasiums Wilthen stellen regelmäßig den Sternfreunden ihre astronomische Belegarbeiten vor. Die Sternwarte zählt jährlich bis zu 4000 Besucher, die vor allem auch zu den zahlreichen Vorträgen erscheinen.

Die Sternwarte trägt den verpflichtenden Namen Bruno-H.-Bürgel, der ein Meister volkstümlicher Darstellung astronomischen Wissens war. Deshalb ist es ein Hauptanliegen der Einrichtung, Besuchern aus nah und fern den Sternenhimmel erleben zu lassen. Um diesem Anliegen gerecht zu werden, bietet die Sternwarte zum einem öffentliche Beobachtungen an den Fernrohren, sowie spezielle Veranstaltungen zu verschiedenen astronomischen Themen mit namhaften Wissenschaftlern an. Die Sternwarte widmet sich außerdem der Amateurastronomie mit den Bereichen der Himmelsfotografie, der Sonnenuhrenberechnung und -gestaltung in Sohland und Umgebung und der Archäoastronomie.

Die Vereinsmitglieder sind nicht nur astronomisch motiviert, sondern leisten darüber hinaus an der Einrichtung vielseitige unersetzbare Dienste. Mit vielen Partnern, Einrichtungen, Sponsoren und nicht zuletzt der Gemeindeverwaltung in Sohland kann sich die Sternwarte profilieren und entwickeln.
Das Jugendprojekt „Über Grenzen zu den Sternen“  in Zusammenarbeit mit der Europäischen Union verbindet deutsche und tschechische Schüler. Ein neuer, richtungsweisender Meilenstein wird damit in die Wege geleitet und rechtfertigt den Namen der Volks– und Schulsternwarte erneut.

Die Sternwarte ist am Donnerstag für Himmelsbeobachtungen, nach Wetterlage, geöffnet. Gleichzeitig werden Vorträge nach vorheriger Anmeldung für Besuchergruppen angeboten.