Die Vermessung der Welt – von Mitteldeutschland aus

, Donnerstag

Zeit: 19:30 Uhr

Ort: Hörsaal oder Online

Dozent: Prof. Oliver Schwarz

Sternwarten waren im 18. und 19. Jahrhundert nicht nur Orte der Himmelsbeobachtung, sie waren auch geodätische „Leuchttürme“, denn infolge jahrzehntelanger astronomischer Ortsmessungen kannte man im Regelfall die geographischen Koordinaten der Observatorien mit sehr hoher Genauigkeit. Doch während beispielsweise die Sternwarte in Greenwich wegen genau dieser Funktion allgemein bekannt ist, sind andere „Leuchttürme“ fast in Vergessenheit geraten. Oder hätten Sie gewusst, dass man, ausgehend von der Sternwarte auf dem Seeberg bei Gotha, große Teile Deutschlands vermessen und den Wert für die Abplattung der Erde festgelegt hat? Anhand des geodätischen Dreiecks Inselsberg, Hoher Hagen, Brocken wollte C.F. Gauß prüfen, ob die Welt eine ebene Geometrie besitzt. Die Mitteleuropäische Gradmessung, mit deren Hilfe man im 19. Jahrhundert einen für lange Zeit gültigen mittleren Erdellipsoid festlegte, wurde ebenfalls von Mitteldeutschland aus koordiniert.

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